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Lungentransplantation

Wichtige Informationen zu COVID-19 

Liebe Mitglieder und Interessierte,

aufgrund der sich überschlagenden aktuellen Corona-Infektionswelle, haben wir unsere „Luftpost“-Ausgabe Frühjahr 2020 in Teilen umgestellt, um wichtige Beiträge rund um diese Pandemie aufzunehmen. Soweit wie möglich wollen wir Sie zeitnah und vor allem gesichert informieren.

Zur Selbsteinschätzung

Zu einer ersten Selbst-Einschätzung aktueller Symptome einer vielleicht bei Ihnen, Familienmitgliedern oder Bekannten aufgetretenen Infektion schauen Sie bitte quasi als „erste Hilfe“ in folgende Tabelle. Anhand von 10 aufgelisteten Symptomen können Sie zwischen den teilweise sehr ähnlich erscheinenden Infektions- Erkrankungen durch das neue Corona-Virus (SARS-CoV-2 oder COVID-19) einer gewöhnlichen Erkältung oder der „echten“ Grippe (Influenza) unterscheiden. Diese Tabelle datiert vom 10.03.2020. Sie wurde auf der Basis von Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Centers for Disease Control and Prevention (CDC in Atlanta, USA) und von DocCheck (in Köln) erstellt.

COVID 19 Tabelle

Wenn Sie im Einzelnen diese Symptom-Auflistung betrachten, werden Sie sehen, das lediglich 2 Symptome übereinstimmend als HÄUFIG, sowohl bei der Corona-Infektion, als auch bei der „echten“ Grippe, nämlich Fieber und Husten, auftreten. Nicht jedoch bei der „banalen“ uns allen bekannten Erkältung („Grippe“).

Ergänzend hierzu können Sie weiter zwischen den drei Krankheiten differenzieren, wenn Sie nur das „NEIN“ in der Tabelle betrachten.

Übereinstimmend zwischen der akuten Corona-Infektion und der „echten“ Grippe (Influenza) ist ein „NEIN“ bei den Erkrankungen beim Symptom „Schnupfen“, bei der Erkältung ist dies Symptom jedoch „HÄUFIG“.

Atemnot wird nicht bei der Erkältung und bei der Influenza beobachtet und nur manchmal bei der Corona-Infektion.

Wenn Sie dann noch betrachten, dass bei der banalen Erkältung (im Gegensatz zu der Corona-Infektion) drei Symptome „HÄUFIG“ sind:

  • Gliederschmerzen, Schmerzen,
  • laufende oder verstopfte Nase und
  • Rachenentzündung,

dann können Sie schon zwischen diesen beiden Krankheiten oft unterscheiden.

Ergänzend zu der Bewertung sehen Sie bei der Influenza „HÄUFIG“ das Auftreten von Abgeschlagenheit und Müdigkeit, nicht in dieser Häufung jedoch bei COVID-19 und der „banalen“ Erkältung.

„HÄUFIG“ sind ebenfalls Gliederschmerzen und Schmerzen bei der Influenza, nicht aber bei der Corona-Infektion. Gleiches gilt auch für Kopfschmerzen.

Wir denken, diese anschauliche Tabelle ermöglicht eine schnelle Ersteinschätzung durch Sie selbst.

Verständlicherweise kann diese Tabelle nur beschränkt Anhaltspunkte für eine Zuordnung der vermuteten Infektions-Erkrankung zu einem in der Tabelle aufgeführten Krankheitsbild geben. Sie ist damit nur eine „1. Hilfe“ (Orientierung), ersetzt aber auf keinen Fall eine ärztliche Beratung, Inspektion und eine eventuell erforderliche Testung auf vorliegende krankheitsverursachende Keime.

Risikofaktoren

Als allgemein anerkannte Risikofaktoren gelten auch die Ergebnisse einer allerdings relativ kleinen Zahl von in China verstorbenen Patienten. Ihre Infektion mit dem Corona-Viren war durch Testung gesichert. Unter Vorbehalt der kleinen Fallzahl (54), gelten folgende Begleiterkrankungen (Grunderkrankungen) als Risikofaktoren:

  • Bluthochdruck,
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und die
  • koronare Herzerkrankung.

Nach wissenschaftlichem Kenntnisstand sind dies ebenfalls Atemwegserkrankungen, wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, die COPD, und Asthma bronchiale sowie schwere Nierenerkrankungen.

Bei diesen chinesischen Patienten kam es zu einer tödlichen Sepsis, mit akutem Lungenversagen und Atemstillstand.

Wie auch in den Medien berichtet, fand sich auch in dieser Untersuchung, vor allem ein höheres Alter (zumindest ab 70 Jahren) als bedeutender Risikofaktor für eine schwere Corona-Infektion.

Gesicherte Tatsachen

Wie inzwischen allgemein bekannt, ist

  • das Meiden jeglicher Menschenansammlungen und ein Abstandhalten zu anderen Menschen (mindestens 1,5 m),
  • das Meiden von öffentlichen Verkehrsmitteln und
  • das Meiden von Verkehrsmitteln, in denen Klimaanalagen

für die Zirkulation der Luft und damit auch für die Zirkulation der Erreger sorgen, insbesondere für Personen der genannten Risikogruppen unbedingt zu befolgen.

Noch nicht gesichert ist, derzeit (17.03.2020), die Dauer der Übertragbarkeit dieser Erkrankung durch COVID-19-Viren:

  • Auf Edelstahl- und Kunststoffoberflächen sind sie bis zu drei Trage nachweisbar.
  • In Aersosolen (Tröpfchen in der Umgebungsluft) gelingt ihr Nachweis bis zu drei Stunden (laut einer aktuellen Studie).
  • Auf Pappe und Papier gelingt ihr Nachweis bis 24 Stunden und damit deutlich länger als bei dem verwandten Corona-Virus der SARS-Epidemie von 2003.

Zum Vergleich:
Gesichert ist, dass sich die Influenza-Viren (s. auch die Symptom-Tabelle) bis zu 48 Stunden auf Oberflächen, Noro- und Rhino-Viren, die z.B. für massive Durchfälle verantwortlich sind, sogar bis zu 7 Tage nachweisen lassen. Bei Streptokokken sind dies auf trockenen Oberflächen sogar bis zu 6 Monate.

Am Beispiel der Influenza-Epidemien („echte Grippe“), sind die saisonalen Schwankungen bekannt und gut untersucht. Diese „echten“ Grippeviren verbreiten sich in unseren Breitengraden bevorzugt im Winter bei regelmäßig tieferen Temperaturen und deutlich trockener Luft. Laborversuche haben belegt, dass eine niedrige, absolute Luftfeuchtigkeit die Übertragung dieser Viren begünstigt. Dies bestätigen auch Daten aus den USA. Dies gilt jedoch nur in unseren gemäßigten Zonen. Bei uns liegt die „Grippe-Saison“ daher stets im Winter bei vermehrten Aufenthalten in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen.

Einschränkung

Berücksichtigen muss man dabei, dass unser heutiger Kenntnisstand (17.03.2020) zu diesem neuen Corona-Virus (SARS-CoV-2) teilweise erst wenige Wochen alt ist. Er beruht auf Untersuchungen in vielen betroffenen Ländern mit unterschiedlichen Gesundheitssystemen, Erhebungsdaten, usw., und wird dabei von einer riesigen Zahl von Mitteilungen, Beobachtungen und Meinungsäußerungen bis zu gezielten Falschmeldungen vorzugsweise in den elektronischen Medien begleitet.

Voraussichtliche Entwicklung

Wie sich das Corona-Virus weiter ausbreiten wird, ist derzeit reine Spekulation, da es sich um ein neuartiges Virus handelt. In Deutschland wird schon am kommenden Wochenende mit einer Verdreifachung der derzeit etwa 7.000 Infektionen gerechnet. Etwa 1.500 Patienten bedürfen dabei nach Voraussagen führender Kliniker, einer intensiven Behandlung in deutschen Krankenhäusern. Derzeit existieren in Deutschland etwa 28.000 „Intensivbetten“, die in den Krankenhäusern in zwei bis drei Monaten um weitere 6.000 erweitert werden sollen, bei aktuell ca. 15.000 besteht dabei eine Beatmungsmöglichkeit besteht.

Für Vorhersagen über die weitere Entwicklung dieser Corona-Infektionswelle in Deutschland, zieht man frühere, durch Corona-Viren verursachte Epidemien heran.

Im Interview erklärte am 17.03.20 der Virologe PD Dr. Stürmer, dass mit ca. 50 Millionen Infizierten im Verlauf der Epidemie in Deutschland zu rechnen sei. Ein Großteil davon würde nichts oder fast nichts von der Infektion bemerken, wobei diese Patienten dennoch Andere – obwohl selbst weitgehend symptomfrei – anstecken können. Ein kleiner Anteil der Infizierten, vor allem der mit den oben genannten Risikofaktoren, wohl im Promillebereich, könnte aber an der Erkrankung versterben. Ein besonderes Erkrankungsrisiko besteht bei einem geschwächten Immunsystem, wie z.B. bei Krebserkrankungen.

Noch vor wenigen Wochen war man der Meinung, dass die jetzige SARS-CoV-2-Pandemie im Frühjahr oder Sommer sich langsamer ausbreiten würde. Dazu jetzt aktuell Prof. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, der Charité-Universitätsmedizin, Berlin: „Der saisonale Effekt war nicht so groß wie bei anderen Erkältungsviren. Wir müssen wohl damit rechnen, dass wir trotz steigender Temperaturen direkt in eine Epidemie-Welle hineinlaufen werden.“

Vorbeugung

Allgemein gilt spätestens seit Ignaz Semmelweis und das seit 1848 (!), wenn man mit potentiell infektiösen Gegenständen oder Körperoberflächen in Berührung gekommen ist, muss ein sorgfältiges Waschen der Hände mit Seife über 30 Sekunden und unter fließendem Wasser jedes Mal nach diesem Kontakt erfolgen.

Auch die unwillkürliche, bei jedem zu beobachtende Berührung des Gesichtes mit den Händen ist strikt zu unterlassen.

Selbstverständlich sind die allgemeinen Hygiene-Vorschriften penibel einzuhalten, d.h. neben dem

  • sorgfältigen Händewaschen,
  • Benutzen von Einmaltaschentüchern,
  • Niesen in die Armbeuge und
  • Meiden jeglicher Nahkontakte mit möglicherweise infizierten Oberflächen.
  • Meiden jeglicher Menschenansammlungen.

Wenn dies nicht immer möglich ist, wie z.B. in der Apotheke oder beim Lebensmitteleinkauf, ist ein
Sicherheitsabstand von mehr als einem Meter strikt einzuhalten.

Patienten mit Asthma und COPD

Die Empfehlung der deutschen Spezialisten für Atemwegserkrankungen und der medizinischen Fachgesellschaften bleibt unverändert: Auch in der aktuellen Corona-Epidemie soll eine individuell gut eingestellte und erfolgreiche Inhalationstherapie von Asthma und COPD, insbesondere mit den inhalativen Kortikosteroiden (ICS), unverändert fortgesetzt werden!

Eine oft drohende Krankheitsverschlechterung bei eigenmächtiger Änderung oder Absetzen der Inhalationstherapie ist durch eventuell notwendige Arztbesuche oder sogar Krankenhausaufenthalte für Atemwegspatienten wesentlich riskanter, als als die theoretisch erhöhte Ansteckungsgefahr bei Fortführung der verordneten Inhalationstherapie.

Aussichten

Derzeit wird weltweit in etwa 40 (Stand 16.03.20) Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit Hochdruck an Impfstoffen gegen das neue Corona-Virus gearbeitet. Darunter sind auch zwei deutsche Gesellschaften. Nach Angaben dieser Einrichtungen, wollen mehrere von Ihnen in diesem „Wettrennen“ bereits im Frühjahr, bzw. Frühsommer, mit Erprobungen eines Impfstoffes beginnen.

Voraussetzungen sind allerdings die Erfüllung aller arzneimittelrechtlicher Auflagen und natürlich auch die Ergebnisse sich anschließender klinischer Prüfungen, die bei Impfstoffen, trotz des akuten, riesigen Druckes, sehr streng sind. Mit einem Impfstoff ist daher bei schnellstmöglicher Entwicklung und Prüfung optimistisch erst im kommenden Jahr zu rechnen.

Bis dahin aber sind wir nicht hilflos. Wir haben ein funktionierendes und stabiles Gesundheitssystem. Und wenn sich ALLE, aber wirklich auch ALLE, auch an die Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen halten, wird die heutige (18.03.20) Warnung des Robert Koch Institutes (RKI) hoffentlich nicht eintreten, in weniger als 100 Tagen 10 Millionen akut Corona-infizierte Patienten in Deutschland zu haben. Ich denke, gemeinsam schaffen wir das!

Mit der Dichterin Mascha Kaléko (1907 – 1975) gesprochen, heißt es „cool“ bleiben:

„Jage die Ängste fort und die Angst vor den Ängsten“

Bleiben Sie weiter gesund!


 

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Presseerklärung Schirmherrschaft Roland Kaiser

  

 

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